Patrick Niedenführ

Dec 04 2012

Positive und Negative Auswirkungen von Computerspielen auf das menschliche Gehirn Teil 2

Natürlich dürfen auch Online Rollenspiele in der Auflistung nicht fehlen. Allen vorne weg: World of Warcraft. Mehr als zehn Millionen Menschen tummeln sich in einer Welt voller Zwergen, Gnomen und Elfen. Vor allem Personalchefs achten auf solche Aktivitäten in Online Rollenspielen. Der Grund dahinter? In diesen Rollenspielen können künftige Führungskräfte Verantwortungsbewusstsein, Teamarbeit und Problemlösungsstrategien entwickeln.

Eines der beliebtesten Spiele der letzten Jahre ist Guitar Hero. Im Hintergrund läuft ein bekannter Song und der Spieler muss im richtigen Moment auf seinem Gitarren Kontroller die richtigen Tasten (Noten) drücken. Der Schwierigkeitsgrad steigt von Level zu Level. Profis kommen dabei auf sage und schreibe 26(!) Anschläge pro Sekunde!

Kürzlich erschien mit „Black Ops 2“ der neunte Teil des Ego Shooter Games Call of Duty. Bislang wurde das Spiel mehr als 60 Millionen Mal verkauft. Das Spiel fördert u.a. die Reaktionsgeschwindigkeit der Spieler. Allerdings stehen Spiele aus dieser Kategorie auch unter dem Verdacht aggressives Verhalten auszulösen. Experten empfehlen daher nicht länger als 90 Minuten am Stück zu spielen.

In “Civilization” begann dieses Strategiespiel bereits vor über 20 Jahren  Teenager dazu zu bewegen, sich mit Problemen wie Hungersnot, Wasserknappheit oder Pandemien auseinanderzusetzen. Der Spieler trägt die Verantwortung für sein Volk. Studien belegen, dass dieses Verantwortungsbewusstsein auch auf die reale Welt übertragbar ist. Zudem fördert dieses Spiel die Kreativität der Nutzer, da ganz Städte auf- und ausgebaut werden.

Begriffe wie „Goal!“ oder „He hits the post“ sind Begriffe die bei dem EA Sports Game NHL öfters fallen. Wer Spiele in Originalsprache laufen lässt, lernt die Sprache besser. Durch die Wiederholungen stellt sich relativ schnell ein Lerneffekt ein.

Aber es geht noch weiter. Daphne Bavelier, Alexandre Pouget und C. Shawn Green haben eine Studie auf die Beine gestellt. Getestet wurden Probanden zwischen 18 und 25 Jahren in Bezug auf ihre Entscheidungsfreude. Dabei wurden die Personen in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die einen 50 Stunden mit Ego Shootern wie Call of Duty oder Unreal Tournament verbringen durften, spielte die andere Gruppe „The Sims 2“. Alle Studienteilnehmer mussten später an visuellen und akustischen Reaktionstest teilnehmen. Die Ego Shooter Gruppe war bis zu 25 % schneller im Lösen der Aufgaben. Einen Unterschied in der Fehlerquote konnte nicht gemessen werden. „Durch die Action Spiele lernt das Gehirn, visuelle und akustische Reize schneller aufzunehmen und effektiver zu verarbeiten. Es muss ständig aufmerksam sein. Action Spieler sind durch Spiele sehr viel präziser und somit schneller. Sie treffen mehr richtige Entscheidungen in einer kürzeren Zeitspanne“, so Daphne Bavelier.

Doch das ist nicht alles. Computerspiele lassen auch das Gehirn (nach) wachsen. Wissenschaftler der Berliner Charité haben festgestellt, dass bei jugendlichen Gamern das ventrale Striatum, also das Belohnungszentrum im Gehirn, deutlich größer ist als bei nicht Zockern. Die Hirnrinde, welche für strategisches Planen, Aufmerksamkeit und das Arbeitsgedächtnis zuständig ist, ist bei Zockern im Schnitt mit 3,5 Millimeter 40% größer als bei den nicht zockenden Jugendlichen. Beispiel ist Super Mario. Durch das Finden und Sammeln von Sternen, stellt sich beim Spieler ein Glücksgefühl ein. “Die Veränderung der Größe in Folge von Training ist ein Hinweis darauf, dass tatsächlich eine Leistungsverbesserung erfolgt“, sagt Professor Jürgen Gallinat. Warum die Erkenntnisse so wichtig sind, zeigt sich wenn man das Krankheitsbild von Demenz oder Alzheimer Erkrankten genauer beleuchtet. Hier liegt nämlich eine Schrumpfung der Hirnrinde zu Grunde. Professor Gallinat formuliert es genauer: „Wenn man durch solche Spiele solche Verluste ausgleichen oder kompensieren kann, wäre das eine hervorragende, nebenwirkungsarme Therapieform.“

Dennoch hat auch das Gamen eine Schattenseite. Wer täglich mehr als 90 Minuten spielt, ist zumindest suchtgefährdet. Allerdings gehen mit einer Abhängigkeit auch Faktoren einher wie bspw. soziale Misserfolge. Das ging aus einer Studie der Hamburger Hans-Bredow Instituts und der Fachhochschule Köln hervor. Gehirnscans zeigen, dass bei Spielsüchtigen dieselben Hirnareale aktiviert sind wie bei Drogenabhängigen.

Zum Schluss möchte ich eine alt bekannte These aufgreifen. „Männer können besser einparken als Frauen“. Das ist nicht nur ein Macho Denken vieler Männer, sondern wissenschaftlich belegt. Wenn es darum geht, räumlich zu sehen, haben Frauen gegenüber Männern biologisch einen Nachteil. Der Schläfenlappen der Männer ist um ca. 10 % größer als der von Frauen. Dieser Unterschied verschwindet allerdings, man glaubt es kaum, wenn Frauen vermehrt Action Spiele spielen. Dies hat eine Studie der Universität von Toronto ergeben…

 

Quelle: Welt der Wunder 11/12 S. 62-67

Nov 30 2012

Positive und Negative Auswirkungen von Computerspielen auf das menschliche Gehirn

Liebe LeserInnen,

Aufgrund von meinem Praxissemester, meinem Auslandssemester und meiner laufenden Thesis zum Thema Kundenbindung im Social Media, gab es die letzten Monate leider nur wenige Einträge in meinen Blog. Ich versuche jedoch, ab und zu den ein oder anderen Beitrag den ich zum Thema Social Media, insbesondere Facebook, Internet oder Gaming mit Euch zu teilen. Erst kürzlich las ich einen interessanten Bericht aus meinem präferierten Wissensmagazin zum Thema Computerspiele und deren Auswirkungen auf das menschliche Gehirn. Nachfolgend möchte ich einige Erkenntnisse zusammengefasst auflisten, insbesondere für alle, die die ein oder andere Ausrede brauchen könnten, warum das Spielen von Computerspielen sogar beim Lernen hilft…

Das Computerspiele als leistungshemmend gelten, musste sich jeder Gamer schon des Öfteren anhören. Angeblich tragen diese zur allgemeinen Verdummung bei oder sorgen für schlechte Noten in der Schule. Neuesten Studien zufolge passiert eher das Gegenteil. Computerspiele können das Denken beschleunigen und die Koordinationsfähigkeit verbessern. Action Spiele wie bspw. „Call of Duty“, „Battlefield“ oder „Far Cry“ fördern die Konzentration und das Multitasking. Casual Games wie “Mah-Jongg” oder “Tetris” wirken auf Nutzer beruhigend. Serious Games sind Spiele, die speziell für Therapien zur Heilung von Krankheiten wie bspw. Parkinson entwickelt wurden.

Interessant wird es, wenn man sich einmal die „Star-Craft“ Wettbewerbe anschaut. Star Craft ist ein Echtzeit Strategiespiel. Tausende Gamer treten in weltweiten Wettbewerben gegeneinander an. Diese Gamer sind High Performer. Bis zu 300 Aktionen pro Minute werden von den Spielern in der Simulation abverlangt. Das bedeutet, umgerechnet auf die Sekunde, 5 Entscheidungen die jede Sekunde getroffen werden müssen. Bei Profi Spielern, so haben Wissenschaftler herausgefunden, dauert es ca. 210 Millisekunden bis sie einen Reiz in eine Reaktion umwandeln. Als Durchschnittsmaß gilt 1 Sekunde Reaktionszeit. Somit reagieren die Profi Spieler fast viermal schneller als normale, nicht spielende, Menschen. Während viele Menschen auf einem Bildschirm nur ein Chaos bunter Aktionen sehen, findet in den Gehirnen der Gamer eine wahre Explosion statt. Synapsen und Neurotransmitter arbeiten auf Hochtouren. Studien haben herausgefunden, dass manche Spiele das Gehirn dermaßen fordern, dass es sogar zu wachsen beginnt.

Star-Craft wurde bereits erläutert. Hier greifen Gegner von verschiedenen Seiten an. Das bedeutet für den Spieler hohe Konzentration. Er muss alles im Blick haben. Schon durchschnittliche Spieler bringen es auf 150 Aktionen in der Minute. Für Laien ist das Spiel auf diesem Level kaum zu durchschauen.

Far Cry schult das Auge aufgrund wechselnder Kontraste. Dunkle Dschungel, helle Wüsten, dichter Nebel. Zudem fördern die vielen gleichzeitigen Aktionen wie Springen, Drehen, Zielen auch das Multitasking. Studien an der Rochester University haben ergeben, dass Spieler von „Unreal Tournament“ oder auch „Call of Duty“ ein um ein 50% besseres Kontrastsehen hatten, als Menschen die bspw. „The Sims 2“ spielen. Action Gamer können somit besser Helligkeitsunterschiede wahrnehmen. Die Effekte sind, anders als vielleicht gedacht, keine kurzfristigen Effekte sondern zeigen auch nach zwei Jahren noch Wirkung. Daphne Bavelier von der Rochester University erklärt das Phänomen wie folgt: „Diese Spiele bringen das Sehvermögen des Menschen an seine Grenzen und das Gehirn stellt sich darauf ein“.


Lesen Sie im zweiten Teil: Welche Auswirkungen Online Rollenspiele auf das Gehirn haben und wieso Super Mario das Gehirn der Spieler wachsen lassen kann.

Quelle: Welt der Wunder 11/12 ab S. 63

Jun 26 2012

Was wäre wenn Facebook ein Staat wäre? (II)

Nachfolgend einige weitere Beispiel aus der Realität um die These aus dem Vorbericht zu untermauern:

§ 211 StGB (Mord): 2009 sorgte der „Facebook Killer“ für Aufsehen. Mit einer falschen E Mail Adresse meldete er sich bei Facebook an. Als Profilbild nimmt er einfach ein aus dem Internet heruntergeladenes Bild eines Fotomodels. Durch ein Zufall waren Tag und Monat des Geburtstages identisch er veränderte lediglich das Jahr. Aus dem 33 jährigen Peter Chapman[1] wurde somit der  17 jährige Peter Cartwright, Spitzname „DJ Pete“. Er verschickte hunderte Freundschaftsanfragen, einige wurden natürlich auch angenommen. Denn wer denkt sich schon was schlimmes? So lernte Chapman die 17 Jährige Ashleigh Hall[2] kennen. Chapman spielt seine Rolle nahezu perfekt. Er schlägt ihr ein Treffen vor und sagt, sein Vater würde sie abholen. Immerhin erwarte das Mädchen ja einen Gleichaltrigen. Doch Chapman sitzt selbst am Steuer, bringt das Mädchen in ein nahegelegenen Wald, vergewaltigt und erwürgt sie. Facebook rief danach eine Sicherheitsseite ins Leben, die speziell Minderjährige warnt, sich mit Fremden zu treffen, die sie ausschließlich aus dem Netzwerk kennen.

§ 263 StGB (Betrug): Schon mal eine SMS von Freunden bekommen, was einem einfällt obszöne Links zu verbreiten? Komischerweise kann man sich selbst aber nicht auf seinem Profil einloggen. Dies ist ein Vorfall wie es ihn zuletzt im US Bundestaat Florida ereignete. Ende Februar dieses Jahres wurde der Afroamerikaner Trayvon Martin von einem Mitglied der Nachbarschaftswache erschossen. Dem weißen Täter wird Rassismus vorgeworfen. Um ihn zu entlasten hacken Rechtsextremisten Martins Facebook Account und posten Lügen über angeblichen Drogenkonsum. Der Betrug flog auf.

§129A StGB (Terrorismus): Salman Taseer war ein mutiger Mann. Er war Gouverneur der pakistanischen Provinz Punjab. Er wehrte sich vehement gegen die radikalen Taliban in seinem Land. Er ging so weit, dass er für eine Abschaffung der Todesstrafe bei Gotteslästerung plädierte. Anfang Januar 2011 wird Salman Taseer[3] von Malik Mumtaz Qadri hinterrücks erschossen. Quadri war sein eigener Leibwächter…Kurz danach wird auf Facebook eine Fanseite hochgestellt um den Mörder zu loben. Mehr als 2000 Leuten klickten auf „gefällt mir“. Facebook gelingt es diese Seite zu schließen.  Dennoch konnten sich die Nutzer innerhalb kürzester Zeit  radikalisieren. „Auch Terrororganisationen entdecken das Social Network als Rekrutierungsmöglichkeit“, so Iffekharul Bashar, Analyst für politische Gewalt an der Singapur Nanyang Technological University. Alles kann auf Facebook gefunden werden. Trainingsvideos (wie benutze ich eine AK-57 richtig, wie stelle ich Sprengstoff her) bis hin zu Propagandaversuchen und Anschlagsplanung.  Die USA fängt 2011 eine Nachricht von Dschihadisten ab, die Extremisten gezielt zu einer Registrierung bei Facebook bewegen sollen: „Ich bitte dringend, bei Gott, euch bei Facebook anzumelden, sobald ihr diesen Post gelesen habt. Werdet damit vertraut. Dies ist der Samen und der Beginn, gefolgt von ernsthaften Anstrengungen größeren Nutzen aus Facebook zu ziehen.“

§ 253 StGB (Erpressung): Sarah ist jung, attraktiv, und ziemlich freizügig. Das zeigt sie auch auf ihren Bildern die sie in Facebook hochlädt. Rein zufällig wohnt sie in derselben Stadt, vielleicht sogar ganz in der Nähe. Als dann der Chat anfängt richtig hochzukochen fangen die männlichen Chatteilnehmer an, dem jungen Mädchen Nacktbilder von sich zusenden. Immerhin ist man(n) ja alt genug dafür…Doch Sarah ist nicht die für die sie sich ausgibt. Hinter dem attraktiven jungen Mädchen steckt in Wirklichkeit der damals 18 jährige Anthony Stancl aus New Berlin im US Bundesstaat Wisconsin.[1]Er kopierte einfach das Profil einer Freundin und zielte darauf ab seine Mitschüler zu erpressen. Die Masche war einfach: Entweder seine Schulkameraden waren mit Sex einverstanden oder er veröffentlichte diese Bilder im Internet. Mehr als 30 Fälle von Missbrauch und Erpressung sind Bekannt. Von der Schultoillette bis über die Bibliothek und filmte dabei immer munter weiter. Immerhin benötigte er weiteres Material zur Erpressung. Stancl machte sich nicht nur wegen Missbrauch und Erpressung strafbar sondern auch wegen sexueller Nötigung und Besitzt von Kinderpornographie. Mit einer 15 jährigen Haftstrafe setzte die US-Justiz ein Exempel. Die hohe Haftstrafe soll zur Abschreckung dienen. Denn bereits der erste Schritt von Stancl, das Aneignen einer fremden Identität ist in den USA bereits eine Straftat. Laut Expertenschätzung sind ca. 6 % der Profile Fakes.

§ 111 StGB (Anstiftung): Wieder ein Fall aus dem Jahre 2012. Der Fall der ermordeten Lena aus Emden[2]. Mehrere Menschen wollen nur eines. Seinen Kopf. Diesen fordert der Mob auch vehement vor dem Polizeirevier. Es kommt zu handgreiflichen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Aber woher wussten die Leute wer der Täter war? Ein Aufruf bei Facebook stachelte die Meute an. Ein 18 jähriger Berufsschüler erfuhr in den Nachrichten von dem Verdächtigen und fällte auf dem Netzwerk sein eigenes Urteil. Mit verheerenden Folgen: schuldig. Hunderte User reagieren, kommentieren, schaukeln sich gegenseitig in Rage. Das geht solang, bis etwa 4 duzend Leute mit nur einem Ziel vor den Augen zur Dienststelle ziehen. Den Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Am Ende stellt sich heraus, er ist unschuldig. Selbst ein Opfer. Diesmal von Facebook. Denn vor allem bei Verbrechen die hochemotionalen Content enthalten, sind Soziale Netzwerk unglaublich gefährlich. Denn diese sorgen für eine schnelle Verbreitung und beherbergen ein enormes Potential an Wut.  Bernhard Witthaut von der Gewerkschaft der Polizei meint, „ das es nicht toleriert werden dürfe, dass einige Soziale Netzwerker glauben, in unserem Rechtsstaat Wildwest Methoden aufleben zu lassen.“ Dem Facebook Hetzer drohen 5 Jahre Haft wegen Anstiftung.




Jun 21 2012

Was wäre wenn Facebook ein Staat wäre?

Facebook hat laut neuesten Angaben rund 900 Millionen Nutzer. Das weltweit beliebteste Soziale Netzwerk wächst und wächst. Aber was wäre, wenn Facebook ein eigener Staat wäre?

Wenn Facebook ein eigener Staat wäre, wäre er nach China und Indien mit rund 900 Millionen Einwohnern der drittgrößte der Welt. Allerdings würde diesem Staat eines fehlen, ein Kontrollorgan. Denn eine Polizei oder ähnliches hat Facebook nicht. Somit wundert es wohl auch niemanden, dass seit 2009 die Kriminalität auf über 500 % anstieg. Betrüger, Vergewaltiger, Terroristen, Mörder….alle operieren unter der blau weißen „Landesflagge“ von Facebook. Blödsinn? Hier ist der Beweis.

Vor knapp zwei Jahren verbreitete ein Horrorszenario im Internet Angst und Schrecken.  Im Sommer 2010 wurden die Leichen zweier Jugendlicher gefunden. Die Polizei tappt im Dunkeln. Kein Motiv, keine Hinweise. Bis diese einen Tipp bekommt. Die Namen der Opfer wurden nur wenige Tage zuvor auf der Social Media Plattform Facebook veröffentlicht.[1]  Eine Liste mit rund 80 Namen von jungen Männern zwischen 15 und 19 Jahren. Ist dies wirklich eine Todesliste? Die Polizei von Puerto Asis in Kolumbien, dem Ort des Verbrechens, bleibt skeptisch. Bis eine weitere Leiche gefunden wird. Wieder ein Teenager, wieder konnte der Name mit dieser ominösen Liste abgeglichen werden. Am nächsten Tag stehen 31 weitere Name auf der Liste und eine Warnung: „Ihr habt drei Tage Zeit, die Stadt zu verlassen, oder ihr seid tot.“

In dem Ort brechen Angst und Panik aus. Die Eltern der betroffenen Kinder ziehen weg. Eine Sondereinheit der Polizei versucht sich der Sache anzunehmen, doch vergebens. Die Ermittlungen verlaufen sich im Sand. Wer steckt dahinter? Ein Drogenkrieg? Paramilitärische Organisationen? Bis heute ist der Fall ungelöst, vor allem weil sich die Spuren in den Weiten des „Facebook Universums“* verlieren. Das Horrorszenario aus Kolumbien zeigt, dass bei Facebook die größten Gefahren nicht zwangsläufig auf die Datenfreizügigkeit zurückzuführen sind. Bei Facebook kann jeder Opfer einer Straftat werden…

Für 99% der Nutzer ist Facebook das perfekte soziale Netzwerk. Das System ist einfach. Man meldet sich mit seinem echten Namen an, tritt in Kontakt mit echten Freunden und teilt reale Erlebnisse. Das Facebook mächtig ist, ist nicht erst durch die Arabische Revolution klar. Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Wäre Facebook ein Staat mit 900 Millionen Einwohnern könnten 1% davon (ca. 9 Millionen) als Psychopathen definiert werden (s. hierzu die wissenschaftliche Studie von Robert D. Hare[2][3]. Unter falschem Namen können diese spielend einfach im weltweit größten Netzwerk tun und lassen was sie wollen.  Wenn Facebook ein Staat mit 900 Millionen Menschen wäre, gäbe es statistisch gesehen pro Jahr 60 Millionen Straftaten. Diese Statistik wird allerdings von Facebook locker gesprengt. 600.000 Facebook Konten werden allein jeden Tag von Kriminellen gehackt, das sind mehr als 200 Millionen pro Jahr! Hinzu kommen unzählige Betrugsvorfälle mit gefälschten Seiten und E Mails. Wäre Facebook tatsächlich ein Staat mit 900 Mio. Einwohnern, müssten rund 2 Mio. Polizisten angeheuert werden um für Ordnung zu sorgen. Das ist statistisch gesehen die Mindestanzahl an Ordnungshütern um die Sicherheit in einem modernen Staat gewährleisten zu können. Das Unternehmen beschäftigt jedoch nur etwas mehr wie 3.000 Mitarbeiter und von diesen ist auch nicht jeder für dich Sicherheit zuständig.

Wäre Facebook ein Staat mit 900 Mio. Einwohnern, wäre es auch gleichzeitig eine neue Ärä eines Überwachungsstaates. Das Soziale Netzwerk speichert nicht nur die Daten seiner „Einwohner“ sondern es überprüft deren Aktionen. Jeden Tag werden rund 25 Milliarden (!) Sicherheitschecks durchgeführt. In Spitzenzeiten sind das ca. 650.000 Aktionen der Nutzer pro Sekunde! Aber Facebook ist nicht ganz schutzlos. Das FIS (Facebook Immune System) spürt u.a. Betrugsversuche und Spam Attacken innerhalb von Facebook auf. Desweiteren ist es auch in der Lage Angriffe wie Würmer und Viren abzuwehren. Wenn die Algorithmen im System einen Angriff ausmachen, werden die Benutzerkonten, Postings und Seiten geblockt oder gesperrt. Ohne FIS würden wir JEDEN Tag mit Millionen Betrugsversuchen und Spams zugemüllt werden. Nach eigenen Angaben drückt Facebook so die Anzahl der Spams auf unter 4 % aller Nachrichten (ca. 0,5 % der Nutzer sind noch betroffen). Doch auch die Hacker lernen nicht aus. Die Angriffe werden immer raffinierter und Facebook muss mehr und mehr dagegen halten. Allerdings hat FIS auch Schwachstellen. Bei schweren Verstößen gegen das StGB versagt das Immunsystem von Facebook völlig. Kein Programm ist in der Lage Vergewaltiger oder eine geheim agierende Terrorzelle enttarnen. Doch auch solche Leute sind durchaus mit Social Media und natürlich auch mit Facebook vertraut. Wenn das Vernetzen und Kennenlernen von Leuten bei uns klappt, klappt das natürlich auch bei Mördern und Vergewaltigern. Der beste Schutz? Die Anonymität im Internet. Niemand von uns kann prüfen wer unser Profil gerade liest. Möglich ist alles. Denn wenn Facebook ein Staat wäre, gäbe es jeden Tag mindestens 68 Morde…

*entommen aus der aktuellen wdw Ausgabe 06/12

Jan 10 2012

Die 7 wichtigsten Fragen zum Darknet

 Was darf ich in Foren schreiben?
Für Comments im Internet gilt das gleiche Recht wie in der realen Welt auch. Beleidigunen, Verleumdungen, Bedrohungen oder jugendgefährdende Inhalte sind verboten. Jedoch kann der Administrator eines Forums in der Regel nicht für Einträge belangt werden.
Was tun, wenn ein User seinen Selbstmord ankündigt?
Sobald solch eine Nachricht in einem Forum oder Sozialen Netzwerk o.ä. auftaucht, sollte man so schnell wie möglich prüfen, ob es sich hierbei nicht um einen schlechten Scherz handelt. In den meisten Fällen ist dies jedoch nur schwer zu ermitteln. Dann gilt unverzüglich die Polizei einzuschalten.
Wie findet man einen User in der realen Welt?
Jedes Foren Mitglied hat eine sogenannte IP-Adresse (Internet-Protokoll-Adresse). Diese wird Geräten zugewiesen, die an das Netz angebunden sind. Somit werden die Geräte adressierbar und erreichbar gemacht. Die IP Adresse wechselt sich bei jeder Anmeldung, es sei denn man hat einen Internetanschluss über Kabel (ca. 15% der Internet User in Deutschland). Ermittlungsbehörden können anhand der IP Adresse den Inhaber des Anschlusses ermittlen.
Warum ist es schwer, Täter ausfindig zu machen?
Um die Identität eines Internet User herauszubekommen, muss zuerst die IP Adresse gespeichert worden sein. Dies ist in den meisten Fällen aber nicht der Fall. Hinzu kommt, dass der INhaber des Anschlusses auch nicht der User sein muss. Sowie der Halter eines Fahrzeuges, nicht unbedingt der Fahrer sein muss. Das größte Problem ist jedoch, dass die meisten Foren im Ausland angesiedelt sind und nur schwer bis gar nicht zu erreichen sind.
Wie mache ich mich im Internet unsichtbar?
Um das Deep Web zu erkunden, wird eine spezielle Software benötigt. Dazu ist es notwendig ein sogenanntes Browser Plug-In für ein Anonymisierungsprotokoll herunterzuladen. Dies wandelt Internetseiten in alphanumerische Codes , die IP Adresse wird gelöscht. Hacker sind dennoch in der Lage mithilfe von Viren, die sich beim aktiven User auf den Rechner einschleusen, auf eben demjenigen Daten zuzugreifen. Allerdings ist diese Prozedur um ein Vielfaches schwieriger zu Bewerkstelligen wie im „öffentlichen Netz“.
Wie wird im Deep Web bezahlt?
Drogen, Waffen, Kinderpornos, es gibt nicht was in dieser virtuellen Unterwelt nicht gehandelt wird. Um seine Ware zu bezahlen und dennoch anonym zu bleiben gibt es sogenannte Paysafe Karten. Diese können in einigen Tankstellen erworben werden und weisen mitunter Guthaben von bis zu 100 Euro auf. Das Guthaben wird durch einen 16-stelligen Code übergeben. Diese PIN in muss dann im Internet eingeben werden.
Ab wann mache ich mich im Deep Web strafbar?
Was viele nicht wissen. Es ist noch nicht mal notwendig Inhalte hoch- oder runterzuladen um sich strafbar zu machen. Bereits das Besuchen bestimmter Seiten oder das Anschauen bestimmter Bilder (bspw. Kinderpornos) reicht um sich strafbar zu machen. Selbstverständlich ist das Handeln illegaler Waren ebenso verboten, auch wenn diese Handlungen nur schwer zurückzuverfolgen oder nachzuweisen sind.

Interessante Fakten:
Was sind Facebook Trojaner?
Es sind kurze Statusmeldungen von Facebook Freunden die unglaubliche Videos versprechen. Aber nur ein Klick genügt und die Cyberkriminellen schlagen zu. Statt eines Videos erscheint eine Aufforderung zur Installation einer Facebook Anwendung. Wenn der Nutzer hierfür zustimmt, gibt er ungewollt private Nutzerdaten, Zugriffsrechte auf Fotos, sowie das Recht Span Nachrichten über das Profil zu verbreiten, an Dritte weiter.
Was war das größte Internet Verbrechen?
Mit über 100 Millionen geklauten Daten ist Sony im Jahr 2011 in die Geschichte der Opfer von Internetverbrechen eingegangen. Allein 77 Millionen Nutzerinformationen sind über das Online Angebot der Spielkonsole Playstation gestohlen worden. Weitere 25 über das Online Spiele Angebot von Sony Online Entertainment. Das FBI ist mittlerweile eingeschaltet.
Kann man mit Internetviren handeln?
Ja man kann! Es ist ein Trend der sogar seriöse Unternehmen in die Grauzone des Internet lockt. Beim Virenhandel vermieten Hacker ihre Botnetze, riesige Netzwerke aus infizierten Computern, meist an Geschäftsleute, damit diese ihre Spam Mails verschicken können. Kosten für das Unternehmen? Lächerliche 100-200 Euro pro Stunde…
Gibt es eine WOW Mafia?
Bestimmte Online Figuren oder Ausrüstungsgegenstände hätte jeder World of Warcraft (WOW) Spieler gern. Für die muss man aber monatelang kämpfen. Es ist eine Schwachstelle, die Internet Hacker zu ihrem Vorteil nutzen. Unbemerkt loggen sie sich in die Accounts der Spieler ein und verkaufen anschließend deren hart erkämpfte Waren auf dem Online Schwarzmarkt. Hierbei kann es um tausende von Euros gehen.
Wer ist der gefährlichste Internet Celebrity?
Sie ist nicht nur mächtig sondern auch gefährlich. Laut einer aktuellen Studie der Internet Security Firma McAfee ist Heidi Klum die gefährlichste Frau im Netz. Jede zehnte Suchanfrage endet bei einer Schadstoffsoftware. Warum das so ist? Immer mehr Hacker nutzen den Ruhm der Stars um die Internet Nutzer auf sogenannte Malware Seiten zu locken.
Danke an Welt der Wunder für die genialen und interessanten Artikel!

Jan 06 2012

Das Darknet – Die Ghettos des Internets[1]

 

Fernab der Glamourwelt im World Wide Web gibt es eine Welt im Internet die doppelt so groß ist, wie das von Google erfasste Web. Experten aus der Kriminologie schätzen, dass die sogenannten „Darknets“ mittlerweile den größten Tatort der Welt darstellt. Hier gibt es unzählige Ordner und Foren in den Waffen, Drogen und Menschen gehandelt werden.

Die Darknets befinden sich im sogenannten „Deep Web“. Das Deep Web besteht primär aus Datensätzen, die nicht von Suchmaschinen erfasst werden können, geschweige denn zurückzuverfolgen sind. IP-Adressen werden hier nicht gespeichert. Die Darknets können als eine Art rechtsfreier Raum angesehen werden. Hier existiert so gut wie keine staatlichen Kontrollen. Zugang erhält man zu diesem virtuellen Untergrund nur  mit einer bestimmten, zuvor heruntergeladenen freien Software. Nach der Installation dieser Software, benötigt es nur wenige Klicks um vollkommen anonym in die Unterwelt des Internets abzutauchen. Hier tauschen Wiki-Leaks und Anonymus Informationen aus. Menschrechtsaktivisten, Wissenschaftler, Agenten aber auch Pädophile, Waffendealer und Drogenhändler nutzen in dieser Welt geheime Foren zur Kommunikation. Bernd Carstensen vom Bund Deutscher Kriminalbeamter bringt es auf den Punkt: „Die Darknets sind wie Ghettos in den südamerikanischen Metropolen. Sie sind zu verwinkelt, zu abgeschottet und zu groß, um sie zu kontrollieren..“

In dieser Form des Webs gibt es keine leuchtenden Werbebanner. Keine aufwendigen Seitenlayouts. Vor dem User sollen sich unzählige Ordner und Verzeichnisdienste aufbauen. Die Adressen haben keinen richtigen Namen, die URLs bestehen hauptsächlich aus kryptischen Buchstaben-Zahlen-Kombination. Die Navigation soll sehr unübersichtlich aufgebaut sein, die Verbindung mehr als nur langsam. Alles hat den Anschein, als sei hier die Zeit in den 80er oder 90er Jahren stehen geblieben.

Als eine der wichtigsten Seiten im Deep Web gilt das Onionland. Über diese Seite gelangt man zu Tausenden Foren und Ordnern. Mit jedem Klick gelangt man tiefer in die virtuelle Unterwelt ein: Drogen- und Waffenlieferungen innerhalb weniger Tage, Auftragskiller die gebucht werden können, Kredikarten-Dealing, Nazi Foren die zum Genozid aufrufen. Im Deep Web gibt es keine Gesetze und keine Grenzen. Das Bezahlverfahren läuft über sogenannte paysafecards, die es fast an jeder Tankstelle zu kaufen gibt. Eine andere Variante sind Bitcoins, eine Art digitale Währung ähnlich wie bei Facebook. Diese sind schwer zurückzuverfolgen, allerdings weisen diese einen realen Wechselkurs zum Dollar auf und besitzen somit einen Wert.  Die einzige Regel die hier gilt, ist Anonymität.

Laut Bernd Carstensen hinterlassen Kriminelle nirgends so viele Spuren wie im Internet. Jedoch erweist sich die Spurensuche um einiges komplizierter als diejenige auf öffentlichen Straßen oder Plätzen. Als Grund gilt enorme Größe des Darknets und die Vitalität seiner User. Foren werden einfach gelöscht und unter anderem Namen wieder geöffnet.  Zu oft ändern sich Zugangsmechanismen, das Zurückverfolgen der Datensätze ist zeitlich und technisch zu aufwendig. Dennoch konnte ein großer Schlag gegen eine der größten illegalen Internet Plattformen verbucht werden: Das Hacken von Lolita City. Jedoch wurde dieser Triumph nicht von der Polizei erzielt, sondern von einer Art Internetspezialeinheit. Anonymus.

Der Zugriff erfolgt wie bei Anonymus meist üblich per Ankündigung: „ Wir sind eine Legion. Wir vergeben nicht. Wir vergessen nicht. Erwartet uns. Wir werden euch kriegen und eure Namen in der Welt verbreiten“, so lautet die Botschaft von Anonymus. Anonymus kann als eine Art Internet-Guerillatruppe gesehen werden. Und tatsächlich handeln sie. Am 18.10.2011 wird im Internet eine Liste veröffentlicht, auf der die Daten von ca. 1600 vermeintlichen Pädophilen stehen. Sie zeigt Screen Names, manchmal sogar den vermutlichen echten Namen, Alter, Geschlecht, ausserdem bei einigen auch die IP Adressen, die Postanschrift, sogar den Skype Namen. Es ist eine Liste von Lolita City, einem Forum im Darknet für Pädophile. Die Gruppe Anonymus hat sich als Ziel gesetzt Kinderschänder und Pädophile aus der digitalen Unterwelt zu vertreiben. Dennoch meint Carstensen, dass sich das Darknet niemals von innen aus regulieren wird. Dafür ist das Darknet einfach zu groß und zu verwinkelt.

Anonymus kann aber noch mehr. Sie haben sich monatelang in verschlüsselte Webseiten und Mails von mexikanischen Polizisten und Anwälten gehackt, sammeln Daten über korrupte Beamte, die mit der mexikanischen Drogenmafia kooperieren. Auch Namen von Kartellmitglieder sind auf der Liste zu finden. Letzten Herbst wird einer der Gründer des lateinamerikanischen Anonymus Arms in Mexiko von einem der mächtigsten Drogenkartellen, dem Zeta-Kartell, entführt. Als Anonymus davon erfährt, drohen sie dem Zeta Kartell mit der Veröffentlichung der Daten. Der Anonymus Gründer kommt frei, allerdings droht das Kartell bei einer Veröffentlichung zehn Mitglieder der Familie des Anonymus Gründers zu töten. Anonymus lassen sich jedoch nicht erpressen. Die Reaktion war eine Ankündigung in YouTube, in den nächsten Monaten Zehntausende gehackte Daten aus dem Darknet zu veröffentlichen…

Lesen Sie im nächsten und letzten Beitrag zu diesem Thema: Die sieben wichtigsten Fragen und Antworten zum Darknet



[1] Auszug aus dem Welt der Wunder Heft 12/2011.

Jan 04 2012

Die 20 gefährlichsten Foren

Es gibt weltweit Millionen an Foren. Für jedes nur erdenkliche Thema gibt es mittlerweile Anleitungen, Beiträge und Diskussionen. Ein Großteil der Foren sind harmlos, viele nutzlos und ein paar sogar hilfreich. Es gibt allerdings auch Foren, die Kriminellen und Perversen als digitale Treffpunkte dienen. Mittlerweile haben diese Foren zehntausende Mitglieder und können vorwiegend auch von jedem Internet User gelesen werden. Vorausgesetzt ist, man weiss wie man sie findet…

Welt der Wunder hat sich die Mühe gemacht und die 20 gefährlichsten Foren zusammengefasst. Nachfolgend werde ich diese vorstellen:

SVV Foren

Selbstverletzendes Verhalten (SVV) ist eine psychische Erkrankung. Von vielen wird das nur als “pubertär” abgetan und meist ignoriert und belächelt. Die Opfer fühlen sich so allein gelassen und isoliert. In den Foren finden die Betroffenen nicht nur ein offenes Ohr, sondern auch Tipps & Tricks wie das Umfeld von den Verletzungen nichts mitbekommen.

Hooligan Foren

Es gibt Hunderte von diesen Foren. Zehntausende User. Diese Hooligan Foren erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Zwar erfolgt die Planung der Massenschlägerei meist per Handy, die Randale wird jedoch meist online gestellt. Auch die Pyros kann man dort erwerben inklusive Anleitung wie diese unbemerkt ins Stadion geschmuggelt werden können. Ein Passwort ist nicht von Nöten

Bulimie Foren

Es gibt zahlreiche Foren zu dieser Krankheit. Meist sind es Foren zur Heilung und als Kontaktseite für Opfer. Es gibt jedoch auch sogenannte “Pusher-Seiten”. Dort eifern die Jugendliche um die Wette wer am schnellsten wie abnimmt. Bulimie führt zu extremen Verletzungen des Magens und der Speiseröhre und kann auch tödlich enden.

Sprengstoff Foren

Zwar sind Anleitungen zum Sprengstoff bauen in Deutschland verboten, aber heutzutage kann jeder der einen Grundkurs in Chemie hat im nächsten Drogeriemarkt sich alle notwendigen Zutaten besorgen. Kurios: Manche dieser Formen sind als Chemieunterricht Seiten getarnt. Dort werden dann Abkürzungen und Codes verwendet um im Falle einer Überführung nicht juristisch belangt werden zu können.

Racing Foren

Too Fast too furious ist ein interessanter Film. Tolle Autos, Coole Typen. Aber in der Realität sieht es anders aus. Die meisten Rennen finden in Californien statt. Das California Speed Racing Forum ist eines der bekanntesten. Verletzte und Horrorcrashs sind an der Tagesordnung. IN Deutschland gibt es diese Foren auch, meist sind diese jedoch als Threads ( Folge von Diskussionsbeiträgen) von größeren Tuning Foren getarnt.

Drogen Foren

Hustensaft, das Gas von Spraydosen oder Deos. In den Foren wird nicht über die optimale Dosis gechattet, sondern es werden auch Methoden beschrieben mit denen man mit ganz normalen Utensilien (Muskatnuss) eine Rausch erzeugt. Das Problem: Es gibt keine optimale Dosis. Jeder Mensch reagiert anders auf solche Stoffe. Nicht selten führt bereits eine einmalige Anwendung zum Tod.

Bodybuilder Foren

Der Hang zur Perfektion wird in der heutigen Zeit immer größer. Immer häufiger greifen Teenager zu Steroiden um aus einem Hanswurst einen gestählten Körper zu formen. Gefahren werden heruntergespielt.

Verschwörungsforen

Natürlich darf ein solches Forum in der Aufzählung nicht fehlen. Seit dem 11. September dürfte die Zahl der Verschwörungsforen rasant gestiegen sein. Im Forum der “Lichtgestalten” tummeln sich viele Verschwörungstheoretiker mit esoterischem Anstrich. Die meisten Themen sind wenig gefährlich. Brisant sind die Impf- und Viruslügen. Nach deren Ansicht ist AIDS eine Erfindung der Pharmaindustrie. Positiv getestete Leute sollen laut Forum gänzlich auf Medikamentenbehandlungen verzichten…

Stunt Foren

Schneller, höher, härter….tod. Von der US-Serie “Jackass” inspiriert versuchen viele Teenager Kunststückchen oder Mutproben die häufig tödlich enden. Gerade in den Foren wird dazu angehalten alles zu tun um seinen Kontrahenten zu toppen. Diese Anfragen sind aber nicht auf der offiziellen Jackass Seite zu finden, sondern im sogenannten Deep Web (siehe nächsten Beitrag). Fatal: Ein 13- Jähriger Niederländer erhängte sich selbst ungewollt, ein anderer starb in Berlin beim U-Bahn surfen.

Fetisch Foren

“Suche Mensch der sich freiwillig schlachten und verspeisen lässt.” Kein Witz solche Anfragen gibt es tatsächlich in diversen Foren. Auch hier stellt sich die Problematik das von vielen harmlosen Einträgen der echte kaum zu unterscheiden ist.

Mobbing Foren

Gossip Talk ist ein neues durchs Internet entstandes Modewort. Dies ist auch der Name des beliebtesten Cybermobbing Forums im Netz. Hunderte Schüler wurden von ihren Klassenkameraden öffentlich schickaniert. Die Bundesprüfungsstelle für jugendgefährdende Medien hat diese Seite nun auf die Indexliste setzen lassen. Allerdings dürfte auch hier mittlerweile ein neues Forum existieren.

Hass Foren

Ein aktuelles Thema derzeit in den Medien. Der braune Terror. Nationalsoialistische Foren sind in Deutschland verboten. Allerdings kommunizieren viele Rechtsextreme mithilfe von Codes (HCL statt Holocaus Lüge). Die meisten dieser Foren werden aus dem Ausland betrieben. Die Seite Stahlhelm.org ist die größte bekannte Hass-Seite.

Sekten Foren

Die Bundesregierung warnt ausdrücklich vor Sekten und deren Foren. Zeugen Jehowas, Sciencetology und die anderen Sekten, wandern heute nicht mehr von Tür zu Tür. Das Internet bietet viel mehr Möglchkeiten. Auf solchen Foren gibts Tipps zum Gebrauch von LSD oder Vebreitung von paranoidem Gedankengut. Das erklärte Ziel der Sekten ist es dennoch aus einem Interessenten zügist ein zahlungskräftiges Mitglied zu machen…

Medizin Foren

Kostenlos, keine langen Wartezeiten. Was sich anhört wie eine spezielle Form von Privatpatient ist dagegen ein ganz großer Müll. Tausende Menschen besuchen täglich Mediziner Foren. Dabei stecken in den meisten Fällen nur Laien dahinter, die in den besten Fällen eigene Erfahrungen weiter geben. Vor allem wenn es um die Dosierung von Medikamenten geht. Nicht selten kam es hier zu tödlichen Überdosen.

Al Quaida Foren

Online Zeitung, Online Recruitung. Auch Al Quaida rüstet auf. The Rock war ein unter wal2ah.org zu erreichendes Internet Forum. Hier konnten sich extremistische Islamisten untereinander austauschen. Die Seite wurde auch von Al-Quaida genutzt. Diese Seite zeigte mitunter auch Enthauptungen von Geiseln via Video die unter hostplante2u.net gehostet wurden. Die Seite ist mittlerweile untergetaucht. Dennoc existieren tausende Foren in denen sich Terroristen austauschen. Die Mehrheit ist passwortgeschütz.

Satanismus Foren

Anleitung für rituelle Opfer, schwarze Magie etc. Auf hunderten, meist englischsprachigen Seiten diskutieren Anhänger rund über den Satanismus. Von der Öffentlichkeit belächelt, kann dies schnell zu einer tödlichen Absicht werden, vor allem wenn demjenigen egal ist was und wen er “opfert”.

Selbstmord Foren

Foren zur Anleitung von Selbstmord, Ratgeber sowie Tipps und Tricks.

Hardcore Foren

7lan ist ein Imageboard. Das bedeutet jemand postet ein Bild, über das dann diskutiert wird. Da 7lan komplett anonym ist, werden in den Foren auch Hardcore oder Gore Pics (Abbildung toter Menschen und Tiere) gepostet. Es gibt zwar strenge Verhaltenskodizen die von den Admins auch strikt eingehalten werden, jedoch dauert es auch hier einige Zeit bis z.B. kinderpornografische INhalte gelöscht werden.

Gotteskrieger Foren

Body of Hell gilt als die Speerspitze der militanten Abtreibungsgegner in den USA. Sie werden unter anderen mit Anschlägen auf Ärzte und Hospitalen in Verbindung gebracht. Der Hass geht auch gegen Homosexuelle.

Waffen Foren

Diese Foren gibt es mit und ohne Anmeldung. Duzende in Deutsch. Auch hier verwenden die User meist Codes. Statt mit welcher Waffe lässt sich welche Straftat begehen kann die Anfrage auch heißen: welchen Anzug nehmen ich für welchen Anlass?

Jan 03 2012

Die gefährlichsten Foren der Welt Teil 2

Die meisten Eltern wissen nicht, welche Seiten ihre Kinder besuchen. Gewöhnlich steht der PC oder der Laptop in den Zimmern der Zöglinge. Zwar kursieren überwiegend Horrormeldungen aus den USA in den Nachrichten bezüglich Selbstmordgeschichten oder Amokläufen, aber auch Deutschland hat seine dunkleren Seiten. 2011 verabreden sich drei jungen Mädchen, die sich zuvor in einem Selbstmord Forum kennen gelernt, sich nie zuvor gesehen haben und aus unterschiedlichen Regionen kommen, am Hauptbahnhof in Osnabrück. [1] Das Forum auf dem sie sich kennen lernten verherrlicht den Tod als Erlösung und diskutiert Vor- und Nachteile zu diversen Todesarten. Mit einem Taxi fuhren die Mädchen in ein nahe gelegenes Waldstück und legten sich dort in ein mitgebrachtes Zelt. Ein Holzkohlegrill sollte als Tatwaffe herhalten. Die Polizei fand die jungen Mädels erst am nächsten Tag. Die Polizei konnte herausfinden, dass die Mädchen die Anleitung aus dem Internet bekamen.  Kurz vor dem Dreifach-Selbstmord tauchte eine Frage im Forum auf: Wie kann man es am besten in einem Zelt machen, ohne das es schief geht? Anzahl der Personen: 3. Als Antwort wurde eine Anleitung zur Verfügung gestellt. Eingegriffen wurde nicht. Die Eltern dieser Mädchen gingen an die Öffentlichkeit und wollten weitere Eltern warnen. Fakt ist, dass die Mehrheit der Eltern keine Ahnung hat, was für Foren im Internet kursieren. In der Öffentlichkeit so zu tun, als existieren die Gefahren nicht, ist daher grob fahrlässig.

Warum werden solche Foren nicht verboten? Die Frage zu beantworten stellt sich als schwieriger heraus als zu glauben gewagt wird. Sowohl die User als auch die Betreiber der Foren bewegen sich in rechtlichen Grauzonen. Die Administratoren oder Moderatoren eines Forums können in der Regel nicht für Einträge belangt werden. Jeder haftet für seine Einträge selbst. Allerdings, falls der Administrator auf eine Selbstmorddrohung hingewiesen wird, ist er dazu verpflichtet dies der Polizei zu melden.

Die Kontrollstelle www.Jugendschutz.net ist bislang gegen die Anbieter von über 40 Foren mit Bußgeldern und Verbotanträgen vorgegangen. Das Problem: Die Foren werden geschlossen und wenig später unter einem anderen Namen wieder geöffnet. Ein Teufelskreis. Den bis die neue Seite gefunden wird, vergeht auch wieder zuviel Zeit…

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Die 20 gefährlichsten Foren



Dec 19 2011
Dec 18 2011
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